Stewardess - der Traumberuf als Flugbegleiterin?

Stewardess – der Traumberuf als Flugbegleiterin?

Lange Zeit hielt die Öffentlichkeit die Flugbegleiterin, die einst Stewardess genannt wurden, für bloße „Kellnerinnen im Himmel“. Es stimmt zwar, dass sie den Passagieren auf Flügen Erfrischungen servieren und verkaufen und sich um ihren Komfort kümmern, aber diese Karriere hat viel mehr zu bieten.

In diesem Beitrag geht es rund um das Berufsprofil der Stewardess, den Aufgaben, Karrieremöglichkeiten und Voraussetzungen.

Was ist eine Stewardess?

Flugbegleiterin (früher auch: Steward oder Stewardess) ist die Berufsbezeichnung für Mitarbeiter in einem Verkehrsflugzeug, die die Passagiere während der Flugreise betreuen und auch für eine schnelle Brandbekämpfung im Falle eines Notfalls in der Luft oder einer geordneten Evakuierung am Boden sorgen.

Wie nennt man den männlichen Flugbegleiter?

Die männlichen Flugbegleiter nennt man Stewards oder einfach Flugbegleiter. 

Was sind die Aufgaben einer Stewardess?

Flugbegleiterinnen und -begleiter tun in der Regel Folgendes:

  • Sie nehmen an Vorflugbesprechungen mit den Piloten teil, um die Kabinenbedingungen und Flugdetails zu klären.
  • Inspektion der Notfallausrüstung vor dem Flug
  • Demonstration der Verwendung von Sicherheitsausrüstung und Notfallausrüstung
  • Sicherstellen, dass die Passagiere bei Bedarf angeschnallt sind und dass alle anderen Sicherheitsanforderungen eingehalten werden
  • Getränke, Mahlzeiten oder Snacks servieren und verkaufen
  • Auf die Belange der Passagiere, insbesondere derer mit besonderen Bedürfnissen, achten
  • Beruhigung der Passagiere während des Fluges, z.B. wenn das Flugzeug in Turbulenzen gerät
  • Verwaltung und Koordinierung der medizinischen Notfallversorgung, falls erforderlich
  • Anweisungen an die Passagiere geben, einschließlich der Evakuierung des Flugzeugs in einem Notfall

Die Fluggesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, Flugbegleiter für die Sicherheit der Passagiere bereitzustellen. Die Hauptaufgabe von Flugbegleitern besteht darin, die Passagiere zu schützen, indem sie dafür sorgen, dass alle die Sicherheitsvorschriften befolgen und das Flugdeck sicher ist.

Flugbegleiter versuchen auch, die Flüge für die Passagiere komfortabel und stressfrei zu gestalten. Manchmal haben sie mit Passagieren zu tun, die sich störend verhalten.

Etwa 1 Stunde vor dem Start kann der Kapitän (Pilot) mit den Flugbegleitern eine Vorflugbesprechung über relevante Fluginformationen durchführen, einschließlich der Anzahl der Flugstunden, der Flugstrecke und der Wetterbedingungen.

Die Flugbegleiter überprüfen, ob die Notfallausrüstung funktioniert, die Kabine sauber ist und ob an Bord ausreichend Essen und Getränke vorhanden sind. Die FlugbegleiterInnen begrüßen die Passagiere beim Einsteigen in das Flugzeug, weisen ihnen den Weg zu ihren Sitzen und leisten bei Bedarf Hilfe.

Die Stewardessen demonstrieren allen Passagieren den richtigen Gebrauch der Sicherheitsausrüstung, entweder persönlich oder durch eine Videoaufzeichnung vor dem Start des Flugzeugs.

Sie überprüfen auch, ob die Sicherheitsgurte angelegt sind, die Sitze in aufrechter Position verriegelt sind und alle Handgepäckstücke gemäß Bundesgesetz und Unternehmensrichtlinien ordnungsgemäß verstaut sind.

Was macht eine Flugbegleiterin?

Die wichtigste Aufgabe der Flugbegleiterin besteht jedoch darin, den Passagieren in einem Notfall zu helfen. Diese Verantwortung reicht vom Umgang mit widerspenstigen Passagieren über die Durchführung von Erste-Hilfe-Maßnahmen, die Brandbekämpfung, den Schutz des Flugdecks bis hin zur Leitung von Evakuierungen.

Die Flugbegleiter beantworten auch Fragen zum Flug, betreuen Passagiere mit besonderen Bedürfnissen und helfen allen Passagieren bei Problemen.

Bevor das Flugzeug landet, stellen die Flugbegleiter noch einmal sicher, dass die Sicherheitsgurte angelegt, die Sitze in aufrechter Position verriegelt und alle Handgepäck- und Bordküchengegenstände ordnungsgemäß verstaut sind.

Bevor sie das Flugzeug verlassen, begutachten die Flugbegleiter den Zustand der Kabine. Sie erstatten Bericht über alle medizinischen, sicherheitsrelevanten oder sonstigen Probleme, die während des Fluges aufgetreten sind.

Die Ausbildung zur Stewardess

Die Flugbegleiterausbildung weicht stark von einer klassischen dualen Ausbildung ab. Im Gegensatz zu den gesetzlich geregelten Ausbildungsberufen wird die Flugbegleiterausbildung in Form von Lehrgängen absolviert.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen, zum Teil mehreren Monaten, werden die theoretischen Hintergründe des Berufes an Ausbildungseinrichtungen für angehende Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter vermittelt und erprobt. 

In der Regel dauert die Vollzeit-Ausbildung Stewardess zwischen 6 und 12 Wochen. Bei einigen Fluggesellschaften dauert die Ausbildung nur etwa fünf Wochen.

Bei den praktischen Phasen handelt es sich in der Regel um Übungen in Dummies oder auf Kurzstreckenflügen. Die Fluggesellschaft, bei welcher die Ausbildung zur Flugbegleiterin oder zum Flugbegleiter absolviert wurde, erteilt dann das Abschlusszertifikat, das zur Berufsausübung berechtigt.

Die Ausbildung zur Stewardess

Ist Flugbegleiter ein staatlich anerkannter Beruf?

Flugbegleiter/in ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, weil die jeweiligen Ausbildungsanforderungen nicht mit den staatlichen Kriterien übereinstimmen, sondern von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft unterschiedlich sind.

Als Stewardess aber besteht die Möglichkeit, zusätzlich zu deinem Beruf eine IHK-anerkannte Weiterbildung zum/zur Fachberater/in für Service Management als Fernlehrgang zu absolvieren.

Erfahre in unserem Beitrag Aviation Management: Luftverkehrsmanagement studieren mehr über eine Karriere über den Wolken!

Voraussetzungen für die Ausbildung als Stewardess 

Schulabschluss: Ein mittlerer Schulabschluss, mindestens aber eine abgeschlossene Schulausbildung wird von den meisten Fluggesellschaften verlangt.

Mindestalter: Um Probleme mit den täglichen Arbeitszeiten und dem Jugendschutzgesetz zu vermeiden, muss eine Stewardess mindestens 18 Jahre alt sein, damit die Bewerbung als Flugbegleiterin erfolgreich sein kann.

Fremdsprachen: Da Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter die Sicherheitsanweisungen möglicherweise in mehreren Sprachen verkünden können, ist die fliessende Kommunikation in Englisch erforderlich. Einige Fluggesellschaften verlangen darüber hinaus weitere Fremdsprachen wie Französisch oder Spanisch.

Mindestgröße: Die Fluggesellschaften geben eine Mindestkörpergröße vor: Diese liegt in der Regel zwischen 1,60 und 1,65 Metern, einige Fluggesellschaften haben auch eine maximale Körpergröße für bestimmte Flugzeugtypen.

Reisepass: Ein gültiger Reisepass ist erforderlich, um als Flugbegleiter auf Flügen zu arbeiten.

Was ist eine Stewardess?

Der Karriereeinstieg als Flugbegleiterin

Mit abgeschlossener Ausbildung und dem Zertifikat in der Hand könnte man meinen, dass man bald auf der ganzen Welt jettet und gleichzeitig seinen Lebensunterhalt verdient.

Nicht so schnell. Es wird zwar einige Gelegenheiten geben, zu arbeiten, aber es wird noch keine reguläre Zeitplanung geben, und es wird noch eine Weile dauern, bis du einige der wünschenswerteren Strecken fliegen kannst. 

Neue Flugbegleiter verbringen mindestens ein Jahr, möglicherweise bis zu sieben Jahre, mit dem, was in der Luftfahrtindustrie als „Reservestatus“ bezeichnet wird.

Was bedeutet dieser Status? Der „Reservestatus“ ist wie ein Bereitschaftsdienst.

Du musst deine Nachttasche gepackt lassen, da du dich jederzeit zur Arbeit melden musst, wenn du aufgefordert wirst, abwesende Besatzungsmitglieder zu ersetzen oder zusätzliche Flüge zu übernehmen. Letztendlich wirst du bei monatlichen Einsätzen mitbieten können, aber das ist abhängig vom Dienstalter.

Der Karriereeinstieg als Flugbegleiterin

Entwicklungschancen als Flugbegleiter

Ein ausgebildeter Flugbegleiter hat sicherlich Aufstiegsmöglichkeiten. Er/sie hat die Möglichkeit, Purser oder Purserette zu werden und dabei Führungsaufgaben innerhalb des Teams zu übernehmen.

Arbeitszeiten von Flugbegleitern

Stewardessen haben in der Regel variable Flugpläne. Sie arbeiten oft nachts, an Wochenenden und Feiertagen, da die Fluggesellschaften täglich operieren und Nachtflüge anbieten.

In den meisten Fällen legt ein Vertrag zwischen der Fluggesellschaft und der Gewerkschaft der Flugbegleiterinnen und -begleiter die Gesamtzahl der täglichen und monatlichen Arbeitsstunden fest.

Eine typische dienstliche Schicht beträgt etwa 12 bis 14 Stunden pro Tag. Die Dienstzeit kann jedoch bei internationalen Flügen erhöht werden.

Das Luftfahrtbundesamt  verlangt, dass Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter nach jeder Dienstzeit mindestens 9 aufeinander folgende Stunden Ruhezeit erhalten, bevor sie ihre nächste Dienstzeit beginnen.

Andererseits bieten viele Fluggesellschaften mehr als 40 Urlaubstage pro Jahr und mindestens zehn freie Tage pro Monat an. Die Arbeitszeiten sind durch gesetzliche Bestimmungen des Luftfahrtbundesamtes und durch Tarifverträge reglementiert.

In diesem Beruf verbringt man viel Zeit in der Luft und am Boden, um Flüge vorzubereiten, Berichte zu schreiben und auf die Ankunft des Flugzeugs zu warten. 

In einem Kalenderjahr darf die Stewardess nicht mehr als 2000 Stunden einschließlich des Bereitschaftsdienstes arbeiten. Die monatliche Höchstarbeitszeit beträgt 89 Stunden. Die Arbeitszeiten variieren je nachdem, ob man kontinental oder interkontinental eingesetzt wird.

Sie können mehrere Nächte pro Woche außer Haus verbringen. Während dieser Zeit arrangieren die Arbeitgeber in der Regel eine Hotelunterbringung und ein Essensgeld.

Die Zuweisung der Heimatbasis und der Flugroute durch einen Betreuer richtet sich nach dem Dienstalter. Neue Flugbegleiter müssen in Bezug auf ihren Zeitplan und ihren Standort flexibel sein.

Fast alle Flugbegleiterinnen und -begleiter beginnen ihre Arbeit auf Abruf, was auch als Reserve-Status bezeichnet wird. Die Stewardess mit Reservestatus wohnt in der Regel in der Nähe ihres Heimatflughafens, da sie sich unter Umständen kurzfristig zur Arbeit melden muss.

Mit zunehmendem Dienstalter haben die Flugbegleiter unter Umständen mehr Kontrolle über ihren Zeitplan. Einige ältere Flugbegleiter können sich beispielsweise dafür entscheiden, außerhalb ihres Heimatflughafens zu wohnen und zur Arbeit zu pendeln.

Andere entscheiden sich möglicherweise dafür, nur auf Regionalflügen zu arbeiten. Bei kleinen Firmenfluggesellschaften arbeiten die Stewardessen möglicherweise nach Bedarf.

Die notwendige Arbeitskleidung für eine Stewardess 

Ob leuchtendes Pink oder schlichtes Schwarz – Hauptsache, die Uniform passt. Als Flugbegleiter/in ist man schick und einheitlich gekleidet und trägt entweder knielange Röcke, Stoffhosen, Westen oder Jacken.

Manchmal vervollständigt ein Schal oder eine Kopfbedeckung das Outfit. Im Allgemeinen ist ein ordentliches Aussehen für diesen Beruf unerlässlich: Dazu gehören Make-up, Frisur und gepflegte Fingernägel.

Wie viel verdient man als Flugbegleiter?

Wie bei anderen Berufsprofilen hängt das Einkommen von Flugbegleitern von der Größe des Arbeitgebers und der Region ab.

Im Durchschnitt verdienen Flugbegleiterinnen und -begleiter zwischen 1.500 und 2.000 € pro Monat, wobei auch eine Provision aus dem Verkauf, Schichtzulagen oder Trinkgelder gezahlt werden können.

Mit zunehmender Berufserfahrung entwickelt sich das Einkommen nach oben, aber die Gehaltssprünge sind nicht üppig.

In der Ausbildung gibt es oft kein Ausbildungsgehalt, weil es sich um eine schulische Form der Ausbildung handelt, die nicht vergütet wird. Im Gegenteil, manchmal fallen Kosten für Arbeitsmittel oder Ausbildungskurse an.

Mindestgröße Flugbegleiterin

Die Mindestgröße und Altersvorgaben der großen Airlines sind wie folgt:

Lufthansa
18 Jahre
1,60 – 1,95 m

LH CityLine
21 – 45 Jahre
1,58 – 1,76 m

Condor
k.A.
1,60 – 1,90 m

Germanwings
19 – 35 Jahre
1,63 – 1,85 m

TUIfly
19 Jahre
1,62 m

easyJet
18 Jahre
1,58 – 1,90 m

Austrian Airlines
18 Jahre
max. 1,85 m

Swiss Airline
20 Jahre
1,58 – 1,87 m

Hilda Weit

Hilda absolvierte ihr Abitur (IB) in Italien, studierte danach an der Skema Business School in Frankreich Business Administration, transferierte im Rahmen des Studiums an die Edge Hotel School in England mit dem Fokus auf Hotel Management und bildete sich nach erster Berufserfahrung mit dem Cornell Certificate in Hotel Real Estate Investments and Asset Management weiter. Während des Studiums sammelte Hilda Erfahrungen in der Operative und durchlief alle Bereiche von Housekeeping, über Front Office, Küche, Food & Beverage, Conference & Events bis Duty Management. Sie arbeitete nach dem Studium bei Tropical Islands in Brandenburg im Hotel Development und ist nun bei der Berliner Betreibergesellschaft HRG Hotels im Development Team für das Kreieren von Hotelkonzepten zuständig. Zusätzlich engagiert sich Hilda als Young Professional im Arbeitskreis Hotelimmobilien für die erfolgreiche Nachwuchsgewinnung in der Tourismus- und Hotelbranche.

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