Ausbildung zum Barkeeper erklärt: Was, warum, wo

Ausbildung zum Barkeeper erklärt: Was, warum, wo

Wenn du jemals daran gedacht hast, Barkeeper zu werden, dann hat dich wahrscheinlich der überaus spaßige Aspekt des Jobs angezogen. Barkeeper ist ein äußerst sozialer Beruf, denn er verlangt von dir, kreativ zu sein, und stellt dich in den Mittelpunkt der Veranstaltung. In diesem Beitrag geht es rund um die Ausbildung zum Barkeeper: Ausbildungsinhalte, Weiterbildungsmöglichkeiten, Ausbildungsdauer und Karriere.

Barkeeper zu sein alles andere als einfach. Man arbeitet bis spät in die Nacht und muss sich mit rüpelhaften Leuten herumschlagen. Du musst die Kunst des Smalltalks beherrschen, der weder dich noch deine Kundschaft langweilt. Es ist notwendig in Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen und sicherstellen, dass alle in deiner Bar volljährig sind – oder du riskierst, dass du ernsthafte Konsequenzen erleidest. Barkeeper haben auch das Potenzial, sich in einige heikle Situationen zu bringen, einschließlich der Notwendigkeit, Gäste aus dem Lokal zu begleiten. 

Wenn einer der oben genannten Punkte ausreicht, um dich abzuschrecken, bist du wahrscheinlich nicht für eine Ausbildung als Barkeeper geeignet. Ungeachtet dessen, was man im Fernsehen und in Filmen vielleicht glauben machen will, wird man nicht für das Feiern bezahlt. Zum Guten oder zum Schlechten, Barkeepern werden zu gleichen Teilen technische und gastfreundliche Fähigkeiten abverlangt und die Eigenschaft, die harten Tage durchzustehen. 

Wer aber nun doppelt so viel Lust auf eine Ausbildung als Barkeeper hat, für den ist dieser Leitfaden genau richtig. Wir diskutieren die Erfahrung, die du benötigst, um überhaupt als Barkeeper eingestellt zu werden, sowie die Fähigkeiten, die notwendig sind, um hinter der Bar zu glänzen und einige weitere Fallstricke des Berufs, die man wirklich kennen sollte, bevor man anfängt. 

Was genau macht ein Barkeeper?

Was genau macht ein Barkeeper? 

Ein Barkeeper mixt und serviert den Kunden in einer Bar, einem Restaurant, einem Club, einem Hotel oder einem anderen Gastronomiebetrieb Getränke. Der Barkeeper muss wissen, wie er eine Vielzahl von Getränken präzise, schnell und auf Wunsch mit Änderungen herstellen kann. Zusätzlich zu den Getränken bereiten die Barkeeper Zutaten vor und halten einen Vorrat an notwendigen Barvorräten wie Beilagen und Eis bereit. Sie können den Gästen, die an der Bar essen, Essen servieren und hinter ihnen aufräumen. Dabei sind sie gleichzeitig gesellig und freundlich – sie pflegen den Kontakt zu mehreren Gästen gleichzeitig.

Ob man nun in einer kleinen Cocktailbar arbeiten möchte, die sich auf einzigartige Mixologie spezialisiert hat, oder in einem Pizza-Restaurant mit einer teilweise bestückten Bar im hinteren Teil; man braucht einige Grundkenntnisse darüber, was man braucht, um einen guten Drink zuzubereiten. So kann ein Barkeeper zum Beispiel die Klassiker wie einen Sex on the Beach oder einen Caipirinha ohne viel Nachdenken kreieren, indem er das Verhältnis der Zutaten kennt und in der Lage ist, die Nuancen nach Wunsch zu ändern.

Einige der typischen Beschreibungen für einen Barkeeperjob sind:

  • Zubereitung von alkoholischen oder nichtalkoholischen Getränken für Bar- und Restaurantbesucher
  • Bestellungen aufnehmen und Snacks und Getränke servieren
  • Mischen von Zutaten zur Herstellung von Cocktails
  • Kenntnis der Zutaten und die Fähigkeit, Cocktails auf der Grundlage von Vorlieben und Abneigungen vorzuschlagen
  • Die Identifikation der Kunden überprüfen.
  • Wiederauffüllung des Barbestandes und der Vorräte
  • Konzentration auf die Gäste und die Gewährleistung eines hervorragenden Gasterlebnisses

Wie läuft die Ausbildung zum Barkeeper ab?

Du hast darüber nachgedacht, Barkeeper zu werden?  Dann fragst du dich höchstwahrscheinlich: Was muss ich tun, um Barkeeper zu werden?

Zunächst einmal ein wichtiger Hinweis: Die Ausbildung zum Barkeeper ist eine Weiterbildung. Je nach dem jeweiligen Anbieter können unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. So können z.B. die Dauer, die erforderlichen Qualifikationen, die Kosten sowie der Abschluss unterschiedlich sein. Die Weiterbildungsdauer beträgt im Durchschnitt ca. 1-3 Wochen in Vollzeit und bis zu 3 Monate in Teilzeit. Obwohl es keine schulische Voraussetzung zur Durchführung dieser Art von Ausbildung zum Barkeeper gibt, sei hier erwähnt, dass es sehr schwierig sein kann, die Weiterbildung ohne Vorkenntnisse in diesem Fachbereich zu absolvieren. Restaurant- oder Hotelfachleute absolvieren in der Regel nach 3 bis 4 Jahren Berufserfahrung die Weiterbildung zum zertifizierten Barkeeper. 

Ausbildung zum Barkeeper

Die Abschlussprüfung besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Nach erfolgreich bestandener Prüfung darf man sich je nach Ausbildungsträger als Barkeeper (IHK), Barkeeper, Barmixer oder zertifizierter Barmixer bezeichnen. Als Barmeister darf man sich erst dann bezeichnen, wenn man die höchste Fortbildungsprüfung an einer privaten Barschule bestanden hat.

In der Hotellerie haben sich auch andere Begriffe und Bezeichnungen entwickelt. Meist werden junge Barkeeper im ersten Gehilfenjahr als Commis de Bar bezeichnet. Im Anschluss daran ist eine Beförderung zum Demi Chef de Bar möglich, die auch eine zunehmende Verantwortungsübernahme mit sich bringt. Nach einer mehrjährigen Berufserfahrung ist eine Beförderung zum Chef de Bar möglich. Der leitende Barkeeper ist für den gesamten Barbereich inklusive Kalkulation, Einkauf und Personaleinsatz verantwortlich.

Welche Inhalte bietet die Weiterbildung zum Barkeeper?

  1. Gästeberatung & Verkauf
  2. Servieren von Getränken und Speisen
  3. Mixen und Präparieren von Cocktails & Co.

Die Inhalte der Berufsausbildung gliedern sich in theoretische und praktische Unterrichtseinheiten. 

In den Theorie-Lektionen werden die verschiedenen Bartypen behandelt. Ebenfalls wesentliche Bestandteile der Weiterbildung sind Fachbegriffe, die Pflege von Geräten und Einrichtungen, die Grundregeln für Sicherheit, Gesundheits-, Jugend- und Umweltschutz sowie Hygienevorsorge. Auch die Herkunft der Rohstoffe und die Zubereitung von alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken wird vermittelt. Neben den Kenntnissen über Fach-, Waren- und Getränkekunde sind auch die betrieblichen Abläufe dabei von großer Relevanz. Lagerverwaltung, Wareneingang und -kontrolle und das Erstellen von Tagesabrechnungen sind für einen problemlosen Betriebsablauf unerlässlich.

Die Berufspraxis sollte den Auszubildenden auf den Tagesablauf in einer Bar vorbereiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verwendung der richtigen Gläser, dem Erlernen verschiedener Mixtechniken und dem abschließenden Mischen der Getränke. Auch die Vorbereitung- und Nachbereitung des Arbeitsplatzes, wie z.B. das Aufräumen und Entsorgung sowie das Präsentieren und Servieren von Getränken und Speisen, sind wichtig. Im Rahmen der Gästeberatung und des Vertriebs werden wichtige Kenntnisse über das persönliche Erscheinungsbild, die Hygiene, die Tätigkeit des Gastgebers, die Betreuung der Gäste und die Gesprächskultur vermittelt.

Weiterbildung zum Barkeeper

Voraussetzungen für die Weiterbildung zum Barkeeper

  • Kreative Fertigkeiten
  • Wissensdurst und Bereitschaft zum Lernen
  • Überzeugungskraft

Welche Arbeitsbedingungen kommen auf mich zu?

  • Gastronomie
  • Nachtschichten
  • Reichlich Umgang mit Menschen

Wie lange dauert eine Ausbildung zum Barkeeper?

Die Weiterbildungsdauer beträgt im Durchschnitt ca. 1-3 Wochen in Vollzeit und bis zu 3 Monate in Teilzeit. Obwohl es keine schulische Voraussetzung zur Durchführung dieser Art von Ausbildung zum Barkeeper gibt, sei hier erwähnt, dass es sehr schwierig sein kann, die Weiterbildung ohne Vorkenntnisse in diesem Fachbereich zu absolvieren. Restaurant- oder Hotelfachleute absolvieren in der Regel nach 3 bis 4 Jahren Berufserfahrung die Weiterbildung zum zertifizierten Barkeeper. 

Wie viel verdient ein Barkeeper?

Der Stundenlohn des Barkeepers ist in der Regel gleichzusetzen mit dem Mindestlohn. Nach einer Ausbildung zum Barkeeper verdient man im Durchschnitt zwischen 1.228 und 2.158 Euro brutto pro Monat. Da der Beruf des Barkeepers ein Serviceberuf ist, kann man je nach Größe und Standort des Arbeitgebers mit einem erheblichen Trinkgeld rechnen. So lässt sich das Grundeinkommen um Einiges aufstocken! In der Regel gibt man in Restaurants 10% der Gesamtrechnung. Wenn die Rechnung allerdings in die 1000 Euro geht, sind 5% schon durchaus ausreichend. Da das Trinkgeld von Tag zu Tag variieren kann, sollte man seine Rechnungen nicht unbedingt von diesem Einkommen abhängig machen. Wer beispielsweise längere Zeit krank ist, sollte mit seinem Grundgehalt auskommen können.

Gehalt eines Barkeepers

Ist die weiterführende Ausbildung zum Barkeeper abgeschlossen, stehen den Abgängern neue Türen offen. So kann man zum Beispiel seine Karriere mit einer  Meisterausbildung zum Barmeister, zum Restaurantmeister oder zum Hotelmeister weiterführen. Solche weiterbildenden Maßnahmen erhöhen die Aussicht auf bessere Positionen, mit mehr Verantwortung und einem besseren Gehalt. Darüber hinaus gibt es auch einige kaufmännische Weiterbildungen, wie die des Gastronomen, des Betriebswirts oder des Fachwirts. Viele Absolventen der gastronomischen Ausbildungsgänge wollen sich ihren eigenen Traum und ihre Sehnsucht nach Unabhängigkeit erfüllen und eine eigene Bar oder ein eigenes Restaurant eröffnen.

Barmixer und Barmixerin IHK Berlin 

Die Prüfung wird von einem Prüfungsausschuss durchgeführt, der aus drei Prüfern besteht. Er setzt sich zu gleichen Teilen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern und mindestens einem Lehrer einer berufsbildenden Schule zusammen. Die Mehrheit der Prüfer sind Praktiker aus Berliner Wirtschaftsunternehmen.

Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung zum Barmixer bei der IHK Berlin

Im § 3 der Prüfungsordnung sind die Zulassungsvoraussetzungen geregelt. Wenn Zweifel bestehen, ob (oder wann) die Anforderungen für die fortführende Ausbildung zum Barkeeper erfüllt sind, kannst du deine Zeugnisse (Kopien deines Berufsabschlusses und des Beschäftigungsnachweises) online an die IHK schicken. Diese informiert dann, ob bzw. wann du zur Prüfung zugelassen werden kannst.

Ablauf der Prüfung zum Barmixer der IHK Berlin

  • Die schriftliche Einladung erhält man mindestens 4 Wochen vor Prüfungsbeginn, mit einem Zeitplan der Prüfung, Angaben zu den erlaubten Hilfsmitteln und dem Ort, an dem die Prüfung stattfindet.
  • Nach etwa 6-8 Wochen nach der schriftlichen Prüfung werden die Prüfungsergebnisse ermittelt und es wird eine Benachrichtigung über das Ergebnis der schriftlichen Prüfung an dich versandt.
  • Die Einladung zur praktischen und mündlichen Prüfung erfolgt 7 Tage vor der praktischen und mündlichen Prüfung, wobei Datum, Zeit und Ort der Prüfung angegeben werden.  Zeitgleich kann die Einladung zur mündlichen Ergänzungsprüfung erfolgen.
  • Die Praxisprüfung findet als Einzelprüfung statt und dauert in der Regel etwa 55 Minuten.
  • Das situationsbezogene Fachgespräch folgt unmittelbar und ohne Zeitunterbrechung auf die Praxisprüfung und dauert üblicherweise etwa 15 Minuten.
  • Eine Ergänzungsprüfung dauert gewöhnlich etwa 20 Minuten.  Am Ende der mündlichen Prüfung teilt der Prüfungsausschuss das vorläufige Gesamtergebnis der Prüfung mit.
  • Bei bestandener Prüfung wird das Prüfungszeugnis und ein Abschlussbescheid der Industrie- und Handelskammer per Post zugestellt.
  • Wenn die Prüfung der fortführenden Ausbildung zum Barkeeper nicht bestanden wurde, kann sie zweimal wiederholt werden. Um wiederholt an einer Prüfung teilzunehmen musst du dich wie gehabt anmelden. 
Prüfung zum Barkeeper

Fazit – Barkeeper ist nicht nur ein Studentenjob 

Barkeeper zu sein ist längst nicht mehr der typische Studentenjob, wie man ihn vielleicht im Kopf hat. Die fortführende Ausbildung zum Barkeeper lohnt sich, wenn man bereits Erfahrungen in ähnlichen Berufen gesammelt hat und diese weiter ausbauen möchte. Der Aufwand für die Prüfung ist nicht zu unterschätzen, denn neben einem guten Charisma benötigt man für den Beruf ein solides technisches Know-How und einen Hang zur Kreativität. 

Hier weiterlesen:

  1. Barkeeper Gehalt: Was verdient ein Bartender? 
  2. IHK Berlin – Barmixer/in werden
  3. Barmixer/in, Barmeister/in – DEHOGA Bundesverband
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